| Ruhrnachrichten,
25. März 2004
Weg vom Esoterik-Quatsch
Michaela Hoffmann lehrt klassisches Feng Shui auf Basis wissenschaftlicher
Erkenntnisse
Feng Shui und hui! Einfach einen Springbrunnen
in die Reichtumsecke stellen. Schon ist der Sechser im Lotto nur eine
Frage der Zeit. So kommt die traditionelle chinesische Wissenschaft
vom Fluss der Energie mitunter rüber. "Völliger Nonsens",
sagt Michaela Hoffmann. Und sie muss es wissen.
Mit
einem chinesischen Lo Pan kann Michaela Hoffmann Häuser und Räume
vermessen und den optimalen Energiefluss (Chi) ermitteln. RN-Foto: Reminghorst
Feng Shui ist in. Seit ein paar Jahren schon. "Trendy" wie
so vieles, was aus Asien kommt, möglichst alt ist und bei einem
Minimum an geschäftlichem Talent maximale Erlöse verheißt.
Auch Michaela Hoffmann macht letztlich mit Feng Shui (übersetzt:
Wind und Wasser) Geschäfte. Aber "dieser ganze Esoterik-Quatsch""
liegt ihr fern. All die kühnen Versprechungen von einem besseren
Leben verbannt die 37-jährige Dortmunderin an den "Rand der
Scharlatanerie". Und selbst das perfekte Feng-Shui-Haus, wenn es
so etwas denn überhaupt gäbe, nütze herzlich wenig, "wenn
die Bewohner im Sessel hocken und darauf warten, dass das Menschenglück
zu ihnen kommt".
So also geht's nicht. Wie es geht, hat Michaela Hoffmann gelernt. Lektion
für Lektion. Von FengShui-Meister Joseph Yu; im Center of Excellence
des Großmeisters Yap Cheng Hai. Sie hat eine Ausbildung in Geopathologie
und in chinesischer Astrologie absolviert. Und nun berät und bildet
sie selber aus.
Klassisches Feng Shui, erklärt sie, sei "wie Akupunktur für
den Raum". Eine Wissenschaft, die auf jahrtausende alten Erkenntnissen
beruhe und sehr wohl geeignet sei, "Orte der Vitalität und
Harmonie zu schaffen". Eben das habe sie fasziniert, als ihr Mann
ihr vor fünf Jahren "eine Zeitschrift über Feng Shui
unter die Nase gehalten hat". Dieser Ansatz, "dass man Einfluss
auf sein Leben nehmen kann". Und zwar mit vergleichsweise bescheidenen
Mitteln.
Michaela Hoffmann schaut sich Wohnbereiche an, vermisst sie mit dem
Lo Pan, einem chinesischen Kompass, ermittelt, welche Räume sich
für welche Zwecke eignen, wo die Energie am besten fließt,
wo sich der optimale Schlafplatz befindet oder wo es sich am besten
kreativ arbeiten lässt.
Vieles davon ist für Laien kryptisch und bleibt es auch. Etwa,
dass "bestimmte Chi Qualitäten massiv für Streit stehen".
Anderes ist zumindest nachvollziehbar. Etwa dass ein Bett nicht "auf
der Chi-Autobahn zwischen Fenster und Tür" stehen sollte.
Michaela Hoffmann will Feng Shui vom Ruch des Spirituellen und Religiösen
befreien. Weil es das nicht sei. Sondern ein Lebensprinzip. "Die
Kunst des Möglichen, nicht des Unmöglichen." - eFeF
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Westfälische Rundschau
, August 2003
Michaela Hoffmann (re.) mit Karin Wirsching: Die ließ erst ihre
Apotheke nach Feng Shui ausrichten, dann ihr Heim. (WR-Bild: Pruys)
Feng-Shui-Ratschlag
einfach lachhaft.
Schlafen am Fußende des Ernährers
Von Ellen Sarrazin - Fortsetzung von Lokalseite 1
Mancher mag schon über Feng-Shui den Kopf geschüttelt haben.
So auch Michaela Hoffmann. „Das kann's nicht sein, sagte ich mir,
als uns bei einer Beratung empfohlen wurde, dass ich am besten am Fußende
meines Mannes schlafen solle.“ Ihre Konsequenz: Sie ließ
sich selbst ausbilden.
Diese Fußenden-Story lässt Michaela Hoffmann noch heute lachen.
"Ich hatte mich vor vier Jahren im Urlaub in eine Feng-Shui-Zeitschrift
richtig festgelesen. Da wollte ich daheim wissen, wie so eine Beratung
läuft."
Geburtsjahr des Mannes und auch ihres, dann ergab das Rechenspiel: "Mein
Mann gehört zur Ost-, ich zur Westgruppe.“ Und die Rechnung
ging für die Beraterin nur so auf: "Weil mein Mann der Ernährer
sei, müsse die Schlafrichtung nach ihm ausgerichtet werden."
Sie empört sich lachend: "Bei aller Harmonie..."
D i e einzig' gültige FengShui-Weisheit gibt es sowieso nicht:
Das hat Michaela Hoffmann gelernt. Binnen drei Jahren Ausbildung bei
Meister Yap Cheng Hai und weiteren Urgesteinen der chinesischen Philosophie.
Nun berät sie selbst: "Meine Kunden sind zu 50% privat, 50%
Geschäfte. Und Probleme haben sie eigentlich alle - in der Beziehung,
Gesundheit oder im finanziellen Bereich."
Zuhören einerseits, sich die Lage vor Ort anschauen, Grundrisspläne:
Nur damit könne sie arbeiten. Die Ausarbeitung erfolgt daheim,
dann gibt's ein ausführliches Exposé für den Kunden.
Natürlich braucht auch sie die Geburtsdaten. Komplizierte Schlüssel
sollen zum Glück führen. js gibt das Himmelsglück: Das
bekommt man bei der Geburt mit. Das Erdenglück, das durch Feng
Shui beeinflussbar ist. Und das Menschenglück: Dafür ist jeder
selbst, verantwortlich." Ja, das hört sich schön philosophisch
an.
Bei ihren Berechnungen braucht Hoffmann ihren "Lo Pan", diese
drehbare (Rechen-)Scheibe (im Bild unten rechts zu sehen) mit den vielen
chinesischen Zeichen - und einer Wasserwaage.
Ideal sei ein Auftrag wie in der Apotheke: Dort war sie schon in der
Bauphase dabei. "Ebenso wichtig wie der Eingansbereich ist in einem
Geschäft die Position der Kasse."Das "Chi" muss
fließen - eben direkt in die Kasse...
Wer sie anfrage, sei meist sehr aufgeschlossen: "Aber es gibt auch
Menschen, die einen Feng-Shui-Stempel' wollen, der sagt, dass bei ihnen
alles in Ordnung ist."
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